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Bild aus Phnom Penh


Ich arbeite an meinen Bildern und dem Abschlussbericht für das Rote Kreuz. Den werde ich wohl auch hier veröffentlichen.

 

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Update


Guten Morgen allerseits.

Mir geht’s prima!

Mein Aufenthalt hier in Kambodscha nähert sich langsam aber sicher meinem Ende. Am 29. August, in gerade mal 2,5 Wochen, geht es für mich schon wieder nach Hause.

Freue ich mich darauf? Sicher. Werde ich traurig sein? Sicherlich auch das.

Womit vertreibe ich mir also gerade meine Zeit? Wenn ich nicht arbeite oder mich mit Freunden treffe, dann finde ich mich immer häufiger nachmittags durch Phnom Penh schlendern. Es gibt immer etwas zu sehen und zu entdecken, trotzdem fühle ich mich hier durchaus heimisch. Obwohl Phnom Penh ziemlich groß ist – inzwischen sind es wohl über 2 Mio Einwohner – ist der Stadtkern, man könnte Altstadt sagen, sehr gemütlich. Zwischen den kambodschanischen Wohnhäusern gibt es immer mal wieder französische Kolonialbauten oder große Villen, die das Bild etwas auflockern.

Außerdem gehe ich essen. Und das zweimal am Tag. Ich habe festgestellt, dass ich ohne Probleme für $3 zweimal essen gehen kann. Des weiteren werde ich nie wieder kambodschanisch essen können. Also genieße ich es.

Mehr gibt es gerade auch gar nicht.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.


In der letzten Woche habe ich mal wieder ein kleines Seminar besucht. Es war das Evaluierungsseminar der Freiwilligen des EED. Weil ich bisher auf jedem Seminar etwas gelernt habe, wollte ich mir auch dieses nicht entgehen lassen. Seiha, der Mentor der Freiwilligen des EED, hatte nichts dagegen, und Inga hat zugesagt, dass das Rote Kreuz die Kosten übernehmen würde.

Auf dem Programm standen hauptsächlich eine Reflexion unserer Arbeit, ein Abgleich mit unseren Erwartungen und ein Bewerten unserer Organisationen und Mentoren. Es gab zwar eine Agenda, doch der lockere Austausch zwischen den Freiwilligen stand im Vordergrund.

Weil ich euch nicht langweilen möchte, werde ich nicht auf alle Einzelheiten des Seminars eingehen. Was sich aber überdurchschnittlich häufig in meinen persönlichen Notizen wiedergefunden hat, war das Wort „Kultur“. Es ging um den sogenannten Kulturschock, was er ist, und wie man ihm begegnet.

Meiner Meinung nach tritt der Kulturschock nach drei bis sechs Monaten ein. Je nachdem, wie unterschiedlich die Kultur von der eigenen ist, kommt der Schock in verschiedenen Größen und Geschwindigkeiten. Gleich nach der Einreise wird man mit vielen Dingen konfrontiert, die sich von seiner eigenen Kultur unterscheiden. Man vertritt die Ansicht: „Anders ist interessant.“ Nach ein paar Monaten merkt man, dass es auch „unter der Oberfläche“, in den Köpfen der Menschen anders zugeht. Aber auch das kann man erst einmal als „interessant“ deklarieren. Dann kommt man an einen Punkt, an dem man nicht versteht, warum die Menschen etwas machen.

„Warum sind alle Kambodschaner korrupt?“

„Warum wollen sie nicht zuhören, warum lernen sie nichts?“

„Alle Kambodschaner sind dumm!“

„Die Einstellung ist komisch und muss verändert werden.“

So, oder so ähnlich kann man sich fühlen, wenn man einen Kulturschock erlebt. Der Kulturschock kommt langsam und geht erst weg, wenn man sich mit ihm (bzw. der Kultur) beschäftigt. Ich denke, er entsteht, wenn wir die Kultur, also die Grundlage der Menschen für ihr Handeln und Denken, nicht verstehen.

Der schwerste und gleichzeitig wichtigste Schritt ist es, zu verstehen, dass man die Kultur nicht versteht. Man muss die Ausmaße von Kultur an sich verstehen, um dann die kambodschanische Kultur im Speziellen zu verstehen versuchen.

Mein Kulturschock hier in Kambodscha hielt sich gewissermaßen in Grenzen, weil ich genau zu diesem Zeitpunk ein Buch mit dem Titel „Kulturschock Kambodscha“ gelesen habe. Während es mir die Kultur nur schwer erklären konnte, hat es mir doch gezeigt, was ich alles nicht verstehe, und wie tief die Kultur in den Menschen verwurzelt ist. So richtig war mir das weder im europäischen Ausland, noch in Amerika jemals bewusst geworden (wahrscheinlich, weil die Kulturen nicht verschieden genug sind).

Und weil das alles sehr klug klingt, sich aber keiner etwas darunter vorstellen kann, möchte ich hier ganz kurz versuchen ein Beispiel zu geben.

In Kambodscha ist es sehr wichtig, das „Gesicht zu bewahren“. Das Gesicht verliert man zum Beispiel, wenn man einen Fehler macht, wenn jemand niederen Status mehr weiß als man selbst oder wenn man zurechtgewiesen wird. Im Gegensatz zu unserer Kultur, in der der Individualismus sehr groß geschrieben wird, dreht sich in Kambodscha alles um die Gemeinschaft. Es herrscht gewissermaßen ein Kollektivismus. Das spiegelt sich auch in Statussymbolen und ähnlichem wieder.

Als Freiwilliger einer NGO im Bildungsbereich versucht man natürlich oft Dinge zu verändern und es kann passieren, dass man nicht versteht, warum sich die Leute demgegenüber sträuben. Wenn man die Sache mit dem Gesichtbewahren kennt, kann man auch verstehen, was die Kambodschaner gegen Veränderung haben.

Möchte ich als Kambodschaner etwas verändern, gebe ich gleichzeitig zu, dass es im Moment nicht gut, oder zumindest verbesserungswürdig ist. Das heißt, ich habe vorher einen Fehler gemacht, den ich jetzt ausbessern muss. Resultat: Ich könnte mein Gesicht verlieren.

Wenn ich das alles weiß, kann ich dem Kambodschaner anders gegenübertreten. Ich kann ihm von vornherein versichern, dass bisher alles richtig gemacht wurde, und wir nun etwas erweitern müssen.

Das wichtigste Wissen, das ich bisher in Kambodscha erworben habe, ist ein Verständnis von Kultur und ihrem Ausmaß.

Rattanakiri


Inzwischen auch schon wieder eine Woche her, möchte ich jetzt trotzdem noch von meinem Urlaub in Rattanakiri berichten. Per hat vor mehreren Wochen die Idee geäußert, nach Rattanakiri zu fahren, und weil ich auch noch etwas mehr von Kambodscha sehen wollte, habe ich mich dem kurzum angeschlossen.

Am Donnerstag ging es dann mit dem ersten Bus um 7:00 Uhr auf nach Rattanakiri. Laut Reiseführer und diversen Internetseiten lässt sich die Tour von rund 550km gut an einem Tag schaffen und dauert mindestens 11 Stunden (auch wenn mir  die Frau, die mir die Tickets verkauft hat, etwas von 9 Stunden erzählt hat). Die Straße soll bis nach Stueng Treng sehr gut sein. Das Stück von Stueng Treng nach Banlung, der Provinzhauptstadt, oftmals auch Rattanakiri genannt, sollte eigentlich sehr schlecht sein, hat sich dann aber als wesentlich besser erwiesen, weil es gerade neu gemacht worden ist.

Die ersten zehn Stunden der Fahrt verliefen ohne große Vorkommnisse. Wir hatten schon ein gutes Stück Verspätung (ich habe keine Ahnung warum), es sollte aber noch schlimmer werden. Ungefähr um fünf Uhr meinte unser Busfahrer, ein Auto in einer Rechtskurve innen überholen zu müssen. Das hat sich als schlechte Idee erwiesen, weil das Auto genau in dem Moment wieder nach rechts fahren wollte und den Bus nicht gesehen hat. Es hat ein bisschen geruckelt und gekracht und alle Kambodschaner haben aufgeschrien. Der Bus ist noch ein bisschen weitergefahren, dann ausgerollt, und dann – nachdem der Busfahrer ewig in den Rückspiegel gesehen hat – langsam rückwärts zurück gefahren. Das andere Auto lag auf der Seite neben der Straße, der Fahrer stand davor. Im Bus wurde schon heftig diskutiert, dass der Fahrer des anderen Autos betrunken gewesen ist.

Long story short: Es war keiner verletzt, wir haben drei Stunden auf einen neuen Bus gewartet, in denen erst das Militär, dann der Abschleppdienst und dann die Polizei kamen. Zwischendurch haben verschiedene Menschen Fotos von dem Auto und dem Bus gemacht.

Gegen zehn, also nach 15 Stunden, sind wir in Banlung angekommen. Es hat geregnet und mir war ziemlich kalt, obwohl ich eine Jeans und Socken mit Schuhen getragen habe. Auf Empfehlung eines anderen Freiwilligen haben wir uns in der Treetop Ecolodge einquartiert. Für $12 die Nacht haben wir in einen schönen Bungalow mit zwei Betten und Badezimmer (mit extrem kaltem Wasser) etwas außerhalb von Banlung gewohnt.

Freitag Morgen ging es nach einem Frühstück auf dem Markt, mit dem vom Guesthouse geliehenen Moped zu einem Vulkansee im Yeak Laom Nationalpark. Dort gab es auch ein kleines Museum, dass über die dort lebenden ethnischen Minderheiten aufklärt. Der See und Umgebung waren sehr schön anzusehen.

Danach ging es in den Norden Rattanakiris, wo wir ein Lavagesteinsfeld angesehen haben. Das Gesteinsfeld war jetzt nicht besonders interessant, die Landschaft auf dem Weg aber sehr beeindruckend. Es ist sehr hügelig und für Kambodscha sehr grün. Als nächstes stand der größte Wasserfall der Region auf der Liste und auf dem Rückweg ein großer, liegender Buddha. Der Wasserfall war so, wie ein Wasserfall so ist, der Buddha auch nicht weiter interessant. Aber die Landschaft! Abends sind wir in ein Restaurant gegangen, die auch westliches Essen hatten. Ich habe eine Pizza gegessen, die mir nicht besonders zugesagt hat.

Am nächsten Tag haben wir wieder auf dem Markt gefrühstückt und uns dann gen Süden auf den Weg gemacht, eigentlich um die Edelsteinminen zu sehen. Auf dem Weg dorthin haben wir natürlich noch einen Wasserfall mitgenommen. Die 39km nach Chum Rum Bai Srok, für die wir ohne Pers Khmerkenntnisse garantiert wesentlich länger gebraucht hätten, waren nicht ganz die richtige Strecke für unser automatisches Honda AirBlade, haben sich aber gelohnt. Zwar haben wir in Bai Srok keine Minen gesehen (eine Frau erklärte uns, dass die Arbeiter nur ein paar Monate im Jahr da sind), aber es gab einen weiteren Wasserfall. Und sobald ihr die Bilder seht, werdet ihr auch verstehen, wenn ich euch sage: Diese Landschaft!

Auf dem Rückweg haben wir bei der bekannten Radiotechnikerin Nudeln gegessen, die im Vergleich zum Markt nur die Hälfte gekostet haben. Inzwischen habe ich auch kein Problem mehr damit, mit Holzstäbchen, die noch von meinem Voresser feucht sind, aus einer Schale zu essen, die schon lange nicht mehr sauber war. Und mein Verdauungstrakt hat auch keine Probleme damit. Die Nudeln waren zwar kalt (wir haben die kambodschanische Mittagszeit etwas verpasst), haben aber sehr gut geschmeckt.

Da die Fahrt doch ziemlich anstrengend war, haben wir den Nachmittag im Guesthouse verbracht, und sind nur noch abends in einen typisch kambodschanischen Biergarten gegangen.

Am Sonntag ging es auch schon wieder zurück nach Phnom Penh. Die Tickets haben wir im Guesthouse gebucht ($10, statt $12 für die Hinfahrt). Dabei handelte es sich um ein Busunternehmen, dessen Namen ich noch nie vorher gehört habe. Als wir an der Busstation ankamen hat sich auch gezeigt warum. Es war die Art von Busunternehmen, die man Westlern eher nicht zutraut (weshalb wir auch die einzigen Weißen in dem Bus waren). Die Kambodschaner haben munter ihre Dinge unter und in dem Bus verstauen lassen (ein Moped, Hühner, lange Holzbalken, etc.), während ich damit gekämpft habe, meine Beine irgendwie zwischen meinen und den Sitz meines Vordermannes zu quetschen. Ging nicht, der Bus war eben für Kambodschaner.

Obwohl wir auf der Rückfahrt mehrere Reifen wechseln und einen flicken lassen mussten, ständig angehalten haben, um Leute ein- und aussteigen zu lassen, vor Phnom Penh einen tierischen Umweg gefahren sind, und dann in Phnom Penh quasi an jeder Ecke gehalten haben, waren wir wesentlich schneller als der andere Bus. Ich war vor sieben Uhr zu Hause.

Der Urlaub hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht. Es ist unglaublich hilfreich jemanden dabei zu haben, der fließend Khmer spricht, und auch sonst macht es natürlich mehr Spaß zu zweit. Im Vergleich war dieser Urlaub auch ziemlich günstig, weil wir viel lokales Essen gegessen haben.

Und jetzt kommen die Bilder – natürlich alle unbearbeitet und direkt aus der Kamera.

Radiotechnikerin


Hier kommt ein Vorgeschmack auf den Artikel über meinen Trip nach Rattanakiri, der bald geschrieben wird.

Bei dieser Frau haben Per und ich in Chum Rum Bai Srok (ca. 35km von Banlung) Mittag gegessen. Es gab Reisnudeln, sehr lecker. Nebenbei hat sie an dem Radio gearbeitet, das ab und an auch mal ein paar Töne von sich gab.

Orphanage Tourism


„Orphanage Tourism“, wörtlich zu übersetzen mit „Waisenhaus-Tourismus“, beschreibt das Problem, dass es zunehmend mehr Touristen gibt, die sich Waisenhäuser, und natürlich deren Kinder, anschauen wollen, was dazu führt, dass manche Waisenhäuser nicht mit dem Gedanken den Kindern zu helfen, sondern aus purem Geschäftssinn eröffnet werden.

Children are not tourist attractions!“ – „Kinder sind keine Touristenattraktionen!“

„Think before visiting an orphanage!“ – „Denk‘ nach, bevor du ein Waisenhaus besuchst!“

Friends-International ist eine Vorzeige-NGO Kambodschas, wurde 1994 ins Leben gerufen und agiert nun in verschiedenen Ländern Südostasiens. Friends-International arbeitet hauptsächlich mit Straßenkindern, bildet diese aus und versucht sie damit wieder in ihre Familien/Gemeinden zu integrieren.

2005 hat Friends-International das ChildSafe Network gegründet, das es sich in Kambodscha zur Aufgabe gemacht hat, besonders Reisende auf die Probleme der Straßenkinder aufmerksam zu machen und eine Richtlinie zu geben, wie man handeln soll. Jeder, der durch ein Entwicklungsland reist, kennt die Situationen: Kinder, die auf der Straße betteln, Blumen, Bücher oder ähnliches verkaufen, und man weiß nicht, was man nun tun soll.

ChildSafe bietet nun sieben Tipps, wie man sich verhalten soll. Es geht darum, zertifizierte Mitglieder des Netzwerkes zu unterstützen, nichts von Kindern zu kaufen, Prostitution nicht zu unterstützen, Situationen zu vermeiden, in denen Kinder ausgebeutet werden könnten und generell die Augen offen zu halten.

Das Problem des Orphanage Tourism hat mit Punkt #4 der Liste zu tun: „Avoid situations and actions that could be exploitative including visit to orphanages.“ („Vermeide Situationen und Aktionen, die (Kinder) ausbeuten könnten, einschließliche Besuche von Waisenhäusern.“).

Nun fragt man sich natürlich, warum das denn so ein großes Problem sein sollte. Wenn sich Touristen ein Waisenhaus anschauen, ein bisschen mit den Kindern spielen und am Ende Geld spenden, dann haben doch alle gewonnen, oder? So scheint es auf den ersten Blick. In der Praxis ist es aber etwas anders.

Ein Besuch in einem der vielen Waisenhäuser Phnom Penhs steht inzwischen auf der To Do-Liste vieler Touristen. Das zieht nach sich, dass die Besitzer von Waisenhäusern die Kinder absichtlich schlecht ernähren, sie arm, dreckig und generell mitleiderregend erscheinen lassen wollen. Denn dann sind die Besucher natürlich eher geneigt Geld zu spenden, als wenn die Kinder wohlernährt und rundum gut versorgt scheinen. Die Kinder sehen von dem Geld natürlich nichts.

Dass Waisenhäuser überhaupt besucht werden, sollte einen eigentlich verwundern. Wer von uns würde denn in Deutschland ein Waisenhaus besuchen, um die Kinder anzusehen und mit ihnen zu spielen? Niemand. Wollten wir eine solche Organisation unterstützen, dann Spenden wir, oder treffen uns mit dem Leiter der Einrichtung. Darüber, inwiefern sich die kambodschanische Kultur von der westlichen in diesem Fall unterscheidet, und dass es hier durchaus üblich ist, offener mit anderer Leute Kindern umzugehen, lässt sich bestimmt streiten. Ich bin aber der Meinung, dass besonders häufige Besuche von kurzer Dauer für die Kinder nicht gut sind.

Außerdem gibt es noch das generelle Problem, dass ein Drittel der Waisen kambodschanischer Waisenhäuser gar keine Waisen sind, sondern noch mindestens ein lebendes Elternteil haben. Im Gegensatz zu Deutschland spielt die Familie und die Gemeinde, in der man aufwächst, eine sehr große Rolle. Deshalb sollte die Reintegration der Kinder in ihre Familien/Gemeinden höchstes Ziel eines jeden Waisenhauses oder Kinderzentrums sein. Sollten die Familien noch nicht in der Lage sein, die Kinder zu versorgen, dann muss es die Aufgabe der Organisation sein, sich auch um die Familie zu kümmern.

Natürlich ist es wichtig zu betonen, dass es auch Waisenhäuser/Kinderzentren gibt, die gute und wichtige Arbeit in Kambodscha leiste (z.B. S.C.A.O.). Nicht alle Organisationen versuche die Kinder auszubeuten und Profit zu machen. Gute Organisationen erkennt man relativ leicht an einer vorhandenen Child Care Policy, dass sie eine Lizenz hat, dass Besucher nicht einfach vorbeikommen können, um mit den Kindern zu spielen, dass Besucher nicht mit den Kindern alleine sein dürfen und dass die Organisation versucht, die Kinder wieder in ihre Gemeinden oder Familien zu integrieren.

Ich glaube, dass reicht erst einmal zu diesem recht heiklen, und doch sehr wichtigen Thema. Die Internetseiten von ChildSafe und Friends-International sind durchaus einen Blick wert (leider nur auf Englisch), denn sie enthalten viele wichtige Informationen.


Schon seit geraumer Zeit möchte ich etwas über meine neue Arbeit schreiben. Genau genommen, möchte ich schreiben, was meine neue Arbeit eigentlich ist. Alle drei Monate müssen wir weltwärts-Freinwilligen ja einen Bericht an unsere Entsendeorganisation schicken. In dem letzten Bericht (den ich gerade erst fertig gestellt habe – Au weia!), sah ich mich gezwungen meine Arbeit zu beschreiben. Deshalb mache ich mir das jetzt hier ganz leicht und zitiere mich selbst.

Nun zu meiner neuen Arbeit als „Volunteer-Manager“. Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist das Beantworten von Emails von interessierten Freiwilligen. Wir haben jetzt eine neue Email-Adresse eingerichtet, an die Freiwillige ihre Bewerbung schicken (volunteering@savechildreninasia.org), die von mir verwaltet wird. Vorher lief das über Sameths Email-Adresse, was ein sehr großes Problem war, weil er Emails entweder alleine beantwortet hat (sein Englisch ist nicht so gut) oder immer jemand dabei sein musste (was sehr zeitaufwendig ist). Jetzt beantworte ich die Emails und wenn ich etwas nicht weiß, frage ich Sameth. Das vereinfacht die Sache ungemein.

Bei unserer Freiwilligenplanung gibt es ein paar Dinge zu beachten. Am wichtigsten ist die Verschiebung im Profil der Organisation von „Child Care“ zu „Education“. S.C.A.O. besteht nun aus drei Teilen: Bildung, Community Services und Child Care, wobei Bildung tatsächlich an erstes Stelle steht. Wichtig ist, dass Freiwillige eigentlich nur in dem ersten, eventuell später auch im zweiten Bereich, nie aber im dritten Bereich gebraucht werden. Wir haben die Freiwilligenarbeit komplett aus dem Child Care Bereich herausgenommen. Natürlich werden die Freiwilligen, die im Center wohnen (besonders Langzeitfreiwillige) weiterhin Kontakt zu den Kindern haben. Es ist aber nichts mehr, womit wir werben. Kurzzeitfreiwillige sollen so wenig Kontakt wie möglich zu den Kindern haben.

Im Klartext heißt das: Emails, in denen Leute fragen, ob sie für ein paar Tage (oder Stunden) zu uns kommen können, um mit den Kindern zu spielen, werden freundlich abgelehnt. Ansonsten müssen alle Freiwilligen eine Bewerbung und, wenn möglich, einen Lebenslauf schicken, bevor sie zu uns kommen. Überhaupt kann keiner mehr zu S.C.A.O. kommen, ohne sich vorher angemeldet zu haben (es passiert trotzdem noch, aber wir sind auf dem besten Weg).

Dann gibt es eine Organisation mit dem Namen AIESEC, die uns regelmäßig Freiwillige vermittelt. Leider funktioniert das zur Zeit nicht so, wie es eigentlich sollte. Die Kommunikation zwischen AIESEC-Cambodia und den AIESEC Organisationen der jeweiligen Länder scheint mehr als schlecht zu sein und überhaupt hat unser Vertrag mit AIESEC keine so große Bedeutung, wie ein Vertrag in Deutschland es hätte. Schon vor zwei Monaten habe ich an AIESEC geschrieben, dass wir weder im Juli, noch im August Freiwillige brauchen werden. Als Antwort kam dann, dass die sechs Freiwilligen aber schon ihre Flüge gebucht haben. Wer die Freiwilligen sind, woher sie kommen, und wann sie fliegen, weiß aber keiner. Letzte Woche habe ich endlich drei Namen und fünf Ankunftsdaten erhalten. Wie lange sie bleiben steht aber auch noch nicht fest. AIESEC ist zur Zeit mein größtes Problem.

Neben der Freiwilligenplanung habe ich in den letzten paar Wochen an einer Broschüre für neue Freiwillige gearbeitet. Sie sollte alle wichtigen Informationen enthalten, die man als Freiwilliger bei S.C.A.O. braucht. Diese Broschüre werden wir auch vorab an Interessenten schicken. Es gab zwar eine Broschüre, die ist aber sehr veraltet und kann nicht mehr erneuert werden. Das ist auch ein sehr großes Problem bei S.C.A.O. Es gibt sehr viele Dokumente und Flyer und ähnliches, aber keiner weiß davon. Viele Freiwillige kommen und machen etwas, dann speichern sie es irgendwo und der nächste fängt wieder von vorne an. Hoffentlich ändert sich das durch die Langzeitfreiwilligen vom Roten Kreuz.

Ich habe auch das Poster erneuert und stehe in engem Kontakt mit Janette Speyer aus den USA, die für die Internetpräsenz von S.C.A.O. verantwortlich ist. Es wird bald eine neue Seite geben, die von einem deutschen Freiwilligen geschrieben wird, was die Kommunikation zwischen Kambodscha, Deutschland und den USA sehr wichtig macht.

So, das beschreibt es eigentlich ganz gut. Emails, Kalender, Broschüre, Poster und bald Internetseite.

Ich weiß nicht, ob man so etwas in einem Blog schreibt. Heute bin ich aber mal frech und tu‘ es: Ich war krank und bin jetzt wieder gesund (Achtung: ein Smiley) 😀

Und es gibt noch eine Neuigkeit: Mein Rückflugdatum! Am 29. August fliege ich (über Hong Kong) nach Deutschland. Wir hatten drei Rückkehrerseminare zur Auswahl und weil mein Studium (hoffentlich) im Oktober beginnt, habe ich mich für das frühste entschieden. Vom 3. bis zum 9. werde ich am Rückkehrerseminar des DRK in Essen mit weltwärts’lern aus Namibia und Uganda teilnehmen.